Es war eine kalte stürmische Nacht, als Sarah geboren wurde. Man sagt, die Geister wären unruhig geworden und die Welt hätte für einen Moment den Atem angehalten, als das kleine schwarzhaarige Mädchen ihren ersten Atemzug tat.
Zeitlebens hatte sie es nicht sehr einfach – bis zu ihrem 6. Lebensjahr wuchs sie gut behütet und liebevoll im Hause ihrer Mutter auf, die ihr kleines Mädchen heiß und innig liebte. Doch eines Tages erkrankte ihre Mutter schwer und starb, noch bevor einer der vielen Ärzte und Heiler in der Lage waren, etwas für ihre Genesung zu tun.
Als Vollwaise wurde sie bei entfernten Bekannten untergebracht, die keinerlei Verständnis für das sonderbare Kind aufbrachten und sie viel zu viel auf ihre Tropfen adeligen Blutes hielten, so dass Sarah sehr unter dem Regime der Pflegefamilie und dem Verlust ihrer Mutter zu leiden hatte.
Sie vergrub sich seitdem so oft sie konnte in der Bibliothek des Herrenhauses und begann wie besessen sich dem Studium der Magie zu widmen.
Im Alter von neun Jahren hielt sie es nicht mehr in ihrem Pflegeheim aus und lief davon.
Durch einen Zufall landete sie nach einigen Tagen in den Armen einer alten Freundin ihrer Mutter, einer ehemaligen Aurorin, die sich des Mädchens annahm und ihre Fähigkeiten rasch erkannte und zu fördern begann.
Dass Sarah schon immer ein wenig anders war, als die anderen, war nicht schwer zu erkennen: Während die anderen Mädchen mit Puppen spielten und Mama in der Küche Plätzchen backen halfen, spielte Sarah mit ihrem Zauberstab Dämonen und Geister verjagen und braute mit fieberhafter Leidenschaft ihre ersten Zaubertränke, einen wirkvoller als den anderen.
Mithilfe ihres scharfen Verstandes und ihres angelernten Wissens konnte sie sich schnell einige Galleonen verdienen, indem sie u.a. ihre Pflegemutter bei Aufträgen und Missionen fleißig unterstützte und ihr Arbeiten abnahm. Im Alter von 10 Jahren lernte sie bei einer ihrer Aufträge Albus Dumbledore kennen, der das junge Talent per Stipendium in Hogwarts aufnahm.
Der sprechende Hut zweifelte sehr, in welches Haus er die Schülerin stecken sollte, da in ihr mehr schlummerte, als charakterlich nach außen hin zu sehen war. Sie war mutig und entschlossen und fleißig, allerdings der dunkle Teil ihrer Seele war listig, unberechenbar und skrupellos. Würde sich dieses Mädchen jemals für die dunkle Seite entscheiden, so würde sie ohne Zweifel eine sehr ernstzunehmende Persönlichkeit sein. Sarah war dieser dunklen Seite in ihr sehr bewusst. Sie wusste leider auch, dass es unter besonderen Umständen für sie möglich war, ihre Persönlichkeiten zu tauschen, was ihr in so mancher Mission bereits seinen sehr berüchtigten Ruf und den Vorwurf, als Doppelagentin auf beiden Seiten zu arbeiten, eingebracht hatte. Seedra Nemesis, wie sie sich als diese finstere Gestalt nannte, war in Todesserkreisen längst kein unbekannter Name mehr. Doch sie hatte sich für die gute Seite entschieden. Auch schwarze Kräfte konnten gutes bewirken, wie weiße Magie auch Schaden anrichten konnte. Der Hut teilte ihr trotz allem das Haus Slytherin zu.
Sie liebte diese Schule und alles, was mit ihr zu tun hatte. Zum ersten Mal in ihrem Leben fand sie dort auch wahre Freunde, die sie bis zum Ende ihrer Schulzeit hin treu begleiteten. Ihr Lieblingsfach war unangefochten Zaubertränke. Prof. Snape war sehr hin und her gerissen in seiner Sympathie für die hartnäckige junge Hexe, die seinen wachsenden Anforderungen und Aufgaben scheinbar mühelos gerecht wurde und sich niemals über die ungerecht schweren Sonderaufgaben beschwerte.
Sieben Jahre später erreichte Sarah einen ansehnlichen Abschluss in ihren ZAGs und zog nach Irland, wo sie 8 Semester angewandte Heilkunde und Elementarmagie studierte. Ein Semester davon verbrachte sie allerdings im Ausland, um die dunklen Künste zu studieren, da sie nicht nur die Künste der weißen Magie, sondern auch die der schwarzen Seite beherrschen wollte, um die Welt im Ganzen betrachten zu können.
Nach Beendigung ihres Studiums arbeitete sie zwei Jahre lang als Aurorin für das Zaubereiministerium, bevor sie aus dem Erbe ihrer Mutter ihr altes Heimathaus in London zurückkaufte und ein kleines Geschäft in der Winkelgasse eröffnete. Das „Fortuna“, Winkelgasse No17, ist ein Geheimtipp für Zaubertränke, Schutz- und Sicherungszauber aller Art sowie ein Fachhandel für spezielle Heilrezepturen. Aufgrund ihrer Heilerausbildung kümmert sich Sarah heute auch um kleinere magische Verletzungen und Verfluchungen, in der Regel um Patienten mit panischer Angst vor größeren Krankenhäusern oder sehr speziellen oder zweifelhaften Problemen, die möglichst nicht offiziell bekannt werden sollten. Ihre strikte Verschwiegenheit und freundliche Aufrichtigkeit beschert ihr einen loyalen Kundenstamm, mit dessen Hilfe sie sich heute ihr beschauliches Leben finanziert.
Seit einem Jahr ist Sarah mit einem ehrgeizigen jungen Zauberer namens Samneil liiert und hat vor kurzem seinen Antrag angenommen. Die Heirat der beiden wird am 30.4. des kommenden Jahres stattfinden und Nachwuchs ist auch schon in Planung, der dank magischer Unterstützung eine Wunschtochter werden wird.
Sarah liebt weiße Lilien, hat eine absolute Schwäche für Schokolade und es gibt kaum ein Buch, das vor ihr sicher ist. Am liebsten liest sie magische Fachbücher, Krimis oder Komödien. In ihrem Haushalt leben neben Sam und ihr noch eine kleine silbergraue Katzendame namens Maya und ein Phönixfräulein namens Cendia, der sie sich als jungen Vogel bei einem ihrer Aufträge als Aurorin annahm. Sarah liebt altes Holz, den Geruch von Büchern sowie echtem Leder, altertümliche Dinge aus vergangenen Zeiten und sammelt Schreibfedern und unbeschriebene edle Notizbücher.