Aurora wurde vor 25 Jahren als Tochter des Händlerehepaars Copius und Alma in Mergentum der Hauptstadt des Lands Aginenmer geboren. Ihre Eltern waren nicht übermäßig reich, aber sie hatten mehr als viele Anderen in dieser Zeit. Sie waren wohlhabend, und gehörten zur Oberren Mittelschicht.
Das große Feuer, welches im Jahr zuvor großer Teile der Stadt vernichtete, hatte zum Glück die Lager der Familie verschont, und so ging es Aurora in ihren ersten Jahren besser, als vielen anderen Kindern zu dieser Zeit. Sie hatte Spielzeug, Kleidung, und immer reichlich zu essen.
Nach 4 Jahren änderte sich die unbeschwerte Kindheit. Es wurden immer wieder kleine Anschläge und Überfälle auf die Familie ausgeübt. Anfangs fand die Haushälterin Briefe in die an Copius gerichtet waren, und ihn dazu aufforderten sein Geschäft seinem Konkurrenten Mediotus zu überlassen. Als Copius nicht reagierte wurde der Hund erschlagen und mit einem weiteren Brief vor der Haustür zurück gelassen. In diesem Brief stand, dass er besser auf die Drohungen eingehen sollte, da sonnst der Familie etwas schlimmes passierten könnte. Copius engagierte darauf einige Beschützer, die die Familie nie aus den Augen lassen sollten, damit Copius sicher sein konnte, dass es seiner geliebten Frau und Tochter gut gehen würde.

Eines Tages jedoch, als Mutter und Tochter grade auf dem Heimweg von einem Besuch bei den Eltern von Alma waren, wurde die Kutsche überfallen. Die Beschützer hatten keine Chance denn der Überfall passierte ohne Vorwarnung und die Angreifer waren in der Überzahl.
Alma wurde dabei verletzt und Aurora wurde entführt. Doch die Söldner hielten sich nicht an das Abkommen, welches sie mit Mediotus geschlossen hatten, und brachten Aurora nicht wie befohlen zum Treffpunkt, damit Mediotus sie als Druckmittel gegen ihren Vater nutzen konnte. Die Söldner hatten beschlossen sie selbst könnten ein Druckmittel gebrauchen, da sie sicher waren, dass sobald Mediotus bekam was er wollte, er sie nicht mehr benötigen würde und dann der Gerichtsbarkeit übergeben würde. Sie entschieden sich dass sie Aurora solange bei sich behalten würden, bis Mediotus ihnen ihre Freiheit und Unversehrtheit vergewisserte. Doch Mediotus ging nicht auf die Forderungen der Söldner ein, und so hatten sie keine Wahl als zu fliehen. Da sie hofften eventuell ein Lösegeld für Aurora von ihrem Vater zu bekommen entschieden sie sich sie mitzunehmen. Nach einigen Tagen der Reise kamen zum Beora Gebirge. Dort gab es viele schlecht zugängliche Schluchten mit kleinen Dörfern, wo man gut für einige Monate, oder sogar Jahre untertauchen konnte. Dies hatten die Söldner geplant. Außerdem könnten sie hier jemand finden, der ihnen Aurora vom Hals schaffen würde, und sich solange um sie kümmern würde, bis sie einen Austausch mit ihrem Vater abgesprochen hatten. Schließlich kamen sie in das Dorf Feron, wo sie beschlossen Unterschlupf zu suchen und von wo aus sie planten alle weiteren Maßnahmen zu unternehmen. Und so wurde Aurora einer etwas Abseits des Dorfes lebenden Kräuterheilerin übergeben, die auf sie aufpassen sollte während die Söldner sich an die Planung des weiteren Vorgehens machten. Die Söldner hatten Herbetia (der Heilern) erzählt, dass die Eltern von Aurora tot sein, und sie niemanden mehr hatte, der sich um sie kümmern konnte, und so nahm sie sie bei sich auf. Es vergingen einige Monate, und Aurora hatte eine schöne Zeit mit Herbetia, die ihr zeigte wie man die verschiedenen Kräuter und Pflanzen voneinander unterscheidet, und wozu diese gut sind. Herbetia hatte viel Geduld mit Aurora, beantwortete ihre Fragen, und tröstete sie wenn sie ihre Eltern vermisste. Nach einiger Zeit verließen die Söldner Feron und ließen Aurora zurück. Es vergingen Jahre, in denen Niemand in Feron etwas von ihnen hörte.

Aurora blieb bei Herbetia, welche Sie lehrte was es heißt eine Kräuterheilerin zu sein. Mit der Zeit vergaß Aurora ihre Eltern und begann Herbetia als Mutter anzusehen. Diese war sehr erfreut darüber, denn sie hatte die kleine inzwischen sehr ins Herz geschlossen. Aurora war ein kluges Kind, und hatte viel Freude daran alles zu lernen, was Herbetia ihr beibringen konnte. Sie hatte immer neue Fragen und liebte es die verschiedenen Kräuter zu sammeln und weiterzuverarbeiten. Aurora war im Dorf sehr beliebt. Sie war immer hilfsbereit und hatte immer ein freundliches Wort für jeden. Mit der Zeit lernte Aurora immer mehr über das Heilen, und konnte schon bald selbst helfen, wenn jemand im Dorf krank war. Als Aurora 19 Jahre alt war (15 Jahre nach ihrer Ankunft) tauchte ein älterer Herr im Dorf auf, der nach einigem Met in der Taverne erzählte, dass er vor Jahren schon einmal in diesem Dorf gewesen sei, und dort die Tochter eines Händlers aus der Hauptstadt zurückgelassen habe. Diesen habe er nun wieder getroffen, und er suche noch immer nach seiner Tochter.
Als Aurora dies hörte, war sie sich sicher, dass es dabei um sie geht. Sie beschloss das Dorf zu verlassen, und nach ihren Eltern zu suchen, die sie bis jetzt für tot gehalten hatte. Jetzt hatte sie wieder Hoffnung und einen Namen, nachdem sie suchen konnte: Copius Sohn des Mervec. Sie ließ sich nicht davon davon abbringen, und auch als Herbetia sie anflehte nicht zu gehen, blieb sie hart. Sie wollte ja nur prüfen, ob dies stimmt. Ob ihr Vater wirklich noch am Leben sein. Danach würde sie zurückkommen. Und das war ihr letztes Wort. Herbetia stimmte schließlich zu und erlaubte es. Und so verließ Aurora nach 15 Jahren zum ersten mal das Beora Gebirge und machte sich auf den Weg in die Hauptstadt um ihre Familie zu finden.