Ich wurde als kleines Kind, sagen wir als Säugling, in einem alt ehrwürdigen Kloster abgegeben. Die Frau die mich brachte verstarb noch in derselben Nacht. Als einziges Überbleibsel meiner Familie und meiner wirklichen Identität blieb mir eine Kette mit einem Anhänger in den für mich nicht lesbare Schriftzeichen eingesetzt worden und ein dunkel violetter Stein (daher auch meine Liebe zu Violett). Das Kloster nahm mich auf, es ist ein Kodex des Klosters um Hilfe suchende nicht abzuweisen und den Wunsch zu erfüllen. Somit wurde ich die einzige weibliche Schülerin im Kloster. Ich wurde genauso erzogen wie alle anderen Eleven auch.
Ergo streng aber dennoch liebevoll. Als der Abt bemerkte dass ich magische Kräfte besitze schickte er mich zum einzigen Mönch des Klosters welcher der Magie mächtig war. Coperinuos wurde somit mein Lehrmeister und eine meiner wichtigsten Bezugspersonen.
Man könnte fast sagen eine Vaterperson. Und dann gab es da noch die Köchin des Klosters, ja ihr hört richtig Köchin, ich weiß nicht sie muss schon Uralt gewesen sein als sie anfing da zu arbeiten, auch wenn sie oft schlecht gelaunt und kaum ein lächeln auf den Lippen hatte. So spürte ich doch immer wieder dass ihre Augen das Lächeln zeigten, welches ihre Lippen ihr verwehrten.
Was ihr geschehen ist dass sie immer so unfreundlich erschien, ich weiß nicht. Aber es muss schrecklich gewesen sein. Ich habe sie auch nie die Klostermauern verlassen sehen.
Sie war neben mir die einzig weibliche Person im Kloster und das schweißte zusammen, sie zeigte mir dass ich meine weibliche Identität auch bei so vielen Männern um mich herum nicht verlieren dürfe. Ich sollte mir immer wieder zurück rufen wer ich war und dazu stehen. Weiblichkeit sei keine Schande. Genau bei dieser Sache war ich mir nämlich nicht immer sicher. Für mich war klar dass man es als Mann einfacher haben musste als, als Frau. Das bemerkte ich auch immer wieder wenn ich mit meinen Lehrern in die Dörfer und Städte in der nähe des Klosters besuchen durfte. War ich wie ein Klosterschüler gekleidet und somit männlich gekleidet und ging alleine (wenn ich das dann durfte) über die Märkte etc. wurde ich viel zuvorkommender behandelt als wenn ich doch einmal ein Kleid trug. Und wenn ich sah was die Mädchen außerhalb des Klosters machen mussten und z.B. in den seltensten Fällen lesen lernten und früh verheirateten worden, war mir klar. Jungs haben es eindeutig besser.

Spätestens in meiner Pubertät bemerkte ich das dann selber, dass es wichtig war zu meiner Weiblichkeit zu stehen. Auch weil man es dann doch eher erkennen kann und es nicht nur negative Eigenschaften hat.

An meinem 18. Geburtstag legte ich wie alle meine Mitschüler auch eine Prüfung ab, wir mussten unsere körperlichen so wie geistigen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Ein Teil der Prüfung ist zB meditieren, und zwar lange sehr, sehr lange. Und ganz ehrlich das kann ich nicht. Aber dies wieder rum hat mit meiner Natur zu tun, ich konnte noch nie still sitzen und warten. Ich musste deshalb ziemlich oft Extraaufgaben übernehmen weil ich zu Unruhig war. Wobei ich mich jedes Mal fragte: WARUM? Ich wollte ja keine Priesterin werden, das hatte ich nie im Sinn, dazu war mir das Klosterleben zu unspektakulär. Ich habe die Fahrten, nach draußen geliebt. Da, bei den „normalen“ Menschen fühlte ich mich wohl und irgendwie anders. Da gab es nicht so viele Regeln wie in meiner Klosterwelt. Man durfte Lügen und Schimpfen.

Nach den erwähnten Klosterprüfungen werden dir die Haare abrasiert und du begibst dich mit deinem Lehrmeister auf Reisen, wie lange diese andauert hängt davon ab wie schnell du dich findest. In der Zeit gehst du als Söldner durch die Welt und hilfst dort wo du gebraucht wirst, als Zahlung nimmst du nur das wirklich wichtigste an. Es geht ja bei dieser Reise nicht darum dich selber Steinreich zu machen sondern dich selber finden. Die meisten Schüler gehen mit einem bestimmten Ziel auf die Reise. Mein Ziel war und ist es meine wahre Herkunft und Familie zu finden.

Mit meinem Meister reibe ich oft aneinander weil ich zwar auf der einen Seite versuche die strengen Klosterregeln einzuhalten (also z.B. Ruhe ausstrahlen und nie aber wirklich niemals deinem Gegenüber eine Gefühlsregung im Und wütend werde ich schneller als es mir Lieb ist. Meine Wut kann lange anhalten, meistens ist sie aber auch schneller vorbei als sie da war. Und wütend kann mich viel machen. Ich bin eben sehr aufbrausend und habe einen ganz extremen Sinn für Gerechtigkeit, aber nur so lange ich dadurch nicht im Nachteil bin. Mein Meister und ich sind deshalb schon öfters in nicht gerade Delikate Angelegenheiten geraten.

Zudem seit ich aus dem Kloster bin entdecke ich immer wieder meine weibliche Seite und liebe die Kleidung der Damen hier, ich merke immer wieder JA ich bin eine Frau. Und das ist wundervoll auch wenn ich meinen Meister damit in den Wahnsinn treiben kann. Was ja noch viel besser ist. Meinen Meister und mich verbindet eine HassLiebe. Ohne geht nicht, mit ist aber auch sehr oft nicht die Perfekte Mischung.
Er versteht nicht dass ich mich so für diese weltliche Welt interessieren kann und nicht wie er voll und ganz hinter dem Kloster stehe, aber ich stelle diese Eingeschränktheit im Kloster immer wieder in Frage. Auch wenn ich weiß das es meine Heimat ist. Aber ich weiß das ich dort immer ein Fremdköper war und sein werde ich bin einfach innerlich nicht ruhig genug für ein Klosterleben. Ich will einfach meine Gefühle nach außen zeigen können und das mache ich jetzt, auch wenn ich diese wohl auch gerne überzeichne. Naja aber ich habe nie gelernt mich wie eine bürgerliche Frau zu verhalten oder vielleicht sogar Adelige? Den immer wenn wir Juwelieren und Schmieden meine Kette gezeigt haben meinte diese bürgerliche hätten sich solch ein Schmuckstück nicht leisten können, es muss Adeligen gehört haben. Mittlerweile haben wir auch eine Ahnung dass wir an die Küste müssen, denn dort soll es die besten Schmuckschmiede geben und die sollen auch so etwas Filigranes wie die Kette und den Anhänger herstellen können. Also sind wir auf dem Weg an die Küste, ich freue mich schon sehr. Ich habe noch nie das Meer gesehen immer nur von Menschen gehört die einem sagen das Meer sei die absolute Freiheit. Freiheit, ja Freiheit ist das was ich haben will. Ich bin in den Bergen aufgewachsen und das ist doch ein Unterschied auch wenn man sich in der Höhe frei fühlen kann. Ich glaube der Blick den die Menschen beschreiben wenn man auf das Meer schaut und bis ans Ende der Welt sehen kann ist Phänomenal. Ich will das erleben.